Recruiting Trends 2017: Worauf es ankommt

Hans-Claudio von Kameke ist geschäftsführender Gesellschafter bei TGMC und Experte für die Kompetenzfelder FMCG und Healthcare.

Mit der Digitalen Transformation ändert sich auch im Bereich Recruiting /HR-Management einiges. Im Wettbewerb um neue Talente müssen Personalberater ihr professionelles Know-How um neue Kompetenzen erweitern. Dazu haben wir Hans-Claudio von Kameke, Experte für die Bereiche Healthcare & Life Scienes und Fast Moving Consumer Goods, um eine Einschätzung gebeten.

Herr von Kameke, erstmal ganz allgemein: Was ist aus Ihrer Sicht die wichtigste Voraussetzung für den Bereich Recruiting, vielleicht auch speziell für die Kompetenzfelder die Sie betreuen?

Diverse Fachkompetenzen bilden letztendlich die Grundlage dafür, dass ich als Recruiter meinen Job erfolgreich ausführen kann. Wenn ich nach dem Kundenbriefing im Gespräch mit dem Kandidaten gezielte Fragen stellen kann, zeigt das beispielsweise, dass ich bei den Zielabsprachen mit dem Auftraggeber gut zugehört habe und genau verstehe, was dieser  sucht. Auch ist es eine Basis für eine gute Beratung des Kunden, denn ggf. kann ich ihm zeigen wo man Abstriche machen muss, wenn er die „eierlegende Wollmilchsau“ sucht.

Deshalb ist aus meiner Sicht die wichtigste Kompetenz, gut zuzuhören um die richtigen Fragen stellen zu können, auch wenn dies allgemein gilt und nicht spezifisch für einen Bereich ist, den ich betreue. Noch ein persönlicher Tipp: Man merkt im Briefinggespräch auch an der Art der Fragen sehr schnell, ob der Recruiter in seinem angegebenen Fachbereich drinnen steckt.

Stichwort „Digitale Transformation“. Gibt es Trends die sich bereits abzeichnen?

„Digitale Transformation“ hat Schlagwort-Charakter und ist derzeit in aller Munde. Das merkt man allein an der Phantasie einiger Job-Titel bei denen man, wie beispielsweise beim Global Product Manager Digital Solutions, teilweise gar nicht weiß, in welchem Bereich dieser später tätig sein sollen. Hier ist weniger manchmal mehr!

Mobile Recruiting ist ein neuer Trend der durch die Digitalisierung entstanden ist. Nutzen Sie diesen bereits?

Natürlich! Auch unsere Homepage muss mobile-fähig sein, weil sich Kandidaten unterwegs über offenen Stellen informieren. Dieser Trend ist unumkehrbar, birgt aber einige datenschutzrechtliche Bedenken. Zudem ist es recht unbequem den Lebenslauf und weitere Anhänge von unterwegs zu verschicken.

Mobile-Recruiting-Plattformen entwickeln sich in die Richtung einiger mobiler Partner-Apps, bei denen man auf seinem Smartphone – je nachdem ob man einen Job interessant findet oder eben nicht - nach links oder nach rechts streicht und der Arbeitgeber direkt im Anschluss automatisch das Profil zugesendet bekommt. Meiner Meinung nach ist das nur für gewisse Jobs geeignet. Es gibt auch eine bestimmte Klasse von Kandidaten, die auf eine qualifizierte Ansprache Wert legt - und da kommt man nicht um das persönliche Gespräch herum.

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