Aus dem Leben eines Personalberaters – eine kleine Anekdote

Jan Scherping ist u.a. Experte für das Kompetenzfeld Medien & Digitale Services

Als Personalberater pflegt man einen guten Kontakt zu seiner Umwelt und ist ständig aufmerksam – immerhin könnte ein passender Kandidat für eine offene Position ja auch durch Zufall plötzlich vor einem stehen. Und heutzutage hält man auch auf den sozialen Medien wie Xing und LinkedIn die Augen offen. Doch das mit der Aufmerksamkeit ist so eine Sache, wenn man sich die kleine Anekdote aus dem Leben unseres Personalberaters für Medien & Digitale Services, Jan Scherping, anschaut...

von Jan Scherping, Personalberater für die Kompetenzfelder Medien & Digitale Services sowie Industrie

„Hi Jan!“ schrieb mich vor ein paar Tagen ein Recruiter aus Berlin über Xing an. Er suche „Vollblut-UXer“  für ein „tolles Projekt“, ich solle mich doch bitte mit meinem Profil und meinem Stundensatz melden, dann könnten wir die Passgenauigkeit besprechen. Anfangen könne ich „asap“.

Ich glaube nicht, dass der „sehr gute Kunde“ viel Freude an mir hätte, denn als UX-Designer bin ich eine glatte Fehlbesetzung. Die Auflösung: Ich bin Personalberater und habe selbst für einen Kunden UX-Designer und –Architekten in Berlin gesucht. Und irgendeine schlaue Maschine oder ein helles menschliches Köpfchen hat mich nun als „Berliner UX-Designer“ abgespeichert.

Aber ich verfüge anscheinend über noch mehr Talente: Tage zuvor bot mir ein anderer Berliner Recruiter via Xing einen Job als freiberuflicher DevOp bei einem seiner größten Kunden in Bayern an. Das Problem: Wenn ich dort auch nur eine Stunde als DevOp arbeiten würde, wäre das Unternehmen sicherlich nicht mehr einer seiner größten Kunden. Auch hier ist die Auflösung, dass ich mal DevOps für einen Berliner Kunden gesucht habe.

Liebe Recruiter, lest Ihr Profile nicht mehr, bevor Ihr Leute anschreibt? Warum nicht? Keine Zeit? Keine Lust? Zu viel Druck? Sklaven irgendwelcher internen Filter, die erkennbar falsch aufgesetzt wurden?

Ja, manchmal spricht man fälschlicherweise  jemanden auf Grund seines Xing- oder LinkedIn-Profils an, der dann doch nicht passt, weil das dortige Profil und der wahre CV nicht übereinstimmen. Aber warum wird jemand angesprochen, dessen Profil mit keinem einzigen Wort vermuten lässt, dass er als UXer oder DevOp geeignet wäre? 

Meine Bitte daher: Nehmt Euch Zeit, liebe Recruiter, und schaut einmal genauer hin, ob das Profil der Personen wirklich mit Euren Anforderungen matcht. Auch wenn ich es mit Humor nehme, besteht die Gefahr nicht kompetent zu wirken. Und das geht auf die Dauer nach hinten los.

P.S.:  Wer nun rätselt, für welche Tätigkeiten ich da angeworben werden sollte: Der UX Designer konzipiert die Struktur eines interaktiven Produkts, DevOps ist eine Prozessoptimierung in der Softwareentwicklung und der Administration.

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