Recruiting Trends 2017: Worauf es ankommt

Ulrike Mauve ist Expertin für das Kompetenzfeld IT

TGMC verfügt im Bereich der Informationstechnik über eine breite Branchen- und Fachexpertise. Diesen verantwortet Ulrike Mauve, die uns im vierten Teil unserer Recruiting-Trends-Serie einige spannende Einblicke gegeben hat.

Keine andere Branche verändert unser gesellschaftliches Leben so sehr wie die IT. Vor welchen Herausforderungen stehen diesbezüglich Unternehmen, gerade auch im Hinblick auf das Thema Recruiting?

Alles wird schneller, mobiler, digitaler – wir kennen es aus unserem eigenen Nutzerverhalten im Alltag! Aber auch die Prozesse in Unternehmen verändern sich rasant, weshalb diese ebenfalls schneller, mobiler und digitaler werden müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Schaut man sich beispielsweise die Startup-Szene oder eCommerce-Unternehmen an, so entwickeln sich hier sehr innovative Lösungen, die diesen Wandel in hoher Geschwindigkeit vorantreiben. Und betrachtet man auf der anderen Seite die Old Economy, so finden hier mit Unterstützung von IT-Unternehmen tatsächlich weitreichende Veränderungen statt: Prozesse werden schneller, schlanker, digitaler. Dies benötigt vor allem auch ein Umdenken in den einzelnen Bereichen und Chef-Etagen in den Unternehmen – „Wissen ist Macht“ funktioniert nicht mehr. Viel agilere Unternehmenskulturen müssen entstehen und wesentlich flexiblere Mitarbeiter sind gefragt. Bei jüngeren Mitarbeitern, den Digital Natives, ist dies alleine schon durch das Aufwachsen mit den digitalen Medien gegeben. Im mittleren und gehobenen Management finden sich aber häufig noch Manager, die nicht mit dem Smartphone in der Hand geboren wurden – und hier sind nun andere Fähigkeiten und Umdenken gefragt. Für das Recruiting von Führungskräften hat das zur Folge, dass neben den Erfahrungen im People Management und einer Fachexpertise vor allem auch ein hohes Prozessverständnis, technische Affinität und Flexibilität im Umgang mit Veränderungen gefordert sind. Nur so kann digitale Transformation in Unternehmen erfolgreich stattfinden.

Thema „neue Technologien“. Wir würden jetzt einfach mal ein paar Wörter in die Runde werfen, Frau Mauve: Smart Health, Big Data, Analytics, Cloud, IT-Sicherheit.

Nun, diese Schlagworte stehen stellvertretend für viele Trends und für die permanente Weiterentwicklung von Technologien, die unser Leben privat wie auch in Unternehmen begleiten und bestimmen. Die Innovationskraft aber auch der Innovationsdruck in IT-Unternehmen ist hier deutlich zu spüren. Die Umsetzungskraft in den Unternehmen anderer Branchen hinkt hier teilweise noch etwas hinterher. Auch hier lässt sich erkennen, dass Führungskräfte in Unternehmen heute andere Fähigkeiten und Kenntnisse benötigen, um das Unternehmen erfolgreich in die Zukunft zu führen und die richtigen Entscheidungen zu treffen – Entscheidungen, die immer auch etwas mit IT zu tun haben. In diesem Sinne kommt beispielsweise IT-Leitern, CIOs (Chief Information Officer) oder CTOs (Chief Technical Officer) heute eine ganz entscheidende Rolle in Unternehmen zu.

Jan Scherping, der den Bereich Medien & Digitale Services betreut, brachte im vorletzten Beitrag den Fachkräftemangel zur Sprache. Vor allem in technischer Hinsicht ist das bei all den Herausforderungen, über die wir eben gesprochen haben, ein Problem. Mit welchen Folgen ist zu rechnen?

Der Fachkräftemangel in der IT ist heute schon dramatisch. Ich kenne kein Unternehmen, das nicht händeringend Entwickler, Software- und System-Architekten oder Berater sucht. Da auch die Wechselbereitschaft dieser Fachkräfte äußerst gering ist, werden Unternehmen in zunehmendem Maße Absolventen durch spannende Aufgaben und attraktive Arbeitsbedingungen gewinnen und selbst ausbilden müssen – in der Hoffnung, diese dann auch langfristig halten zu können. Zunehmend wichtig werden auch ausländische Fachkräfte im IT-Umfeld – teilweise mit noch nicht ausreichenden Sprachkenntnissen. Auch hier werden Lösungen notwendig sein, um dieses Potenzial noch besser ausschöpfen zu können.

Beitrag teilen: