Führungskräfte werden zu Coaches

Heute wollen wir ein weiteres spannendes Kapitel aus dem Buch „Das Recruiting-Dilemma“ von Sven Gábor Jánszky zusammenfassen. In seinem Buch zeichnet er ein detailreiches Bild des Arbeitsalltags von zwei Personalchefs im Jahr 2025. Diese finden Lösungen, um im Wettbewerb um Personal zu bestehen. Eine dieser Lösungen skizziert er im Kapitel „Warum jeder Mitarbeiter fünf Coaches braucht“. Hier geht es um den Aufbau und die Wichtigkeit von sogenannten „Think Tanks“.

„Coaching wird im Jahr 2025 eine der gängigsten Methoden zur Steigerung des individuellen Marktwertes sein.“ Der Autor stellt die These auf, dass in den kommenden Jahren jeder Mitarbeiter mehr als einen Coach haben wird, um unterschiedliche Bereiche abzudecken: Ob Karriere, Rhetorik oder mentale Stärke. Das Buch skizziert die Idee, dass dabei Führungskräfte selbst als Coaches aktiv sein werden: Coaching als Stützpfeiler eines wichtigen eigenen Netzwerkes, des sogenannten „Think Tanks“.

Die fünf goldenen Regeln zum Aufbau eines individuellen Think Tank erarbeiten in dem fiktiven Szenario vier Coachees mit ihrem Coach in einer Karaokebar. Der Ort wurde nicht zufällig ausgewählt. Einerseits ist der Personalchef davon überzeugt, dass Grenzüberschreitungen die Persönlichkeit formen und es wichtig ist, mit unbekannten Einflüssen konfrontiert zu werden. Andererseits erklärt er am Beispiel der Sänger in der Bar die Wichtigkeit eines Netzwerkes. In einem leer gefegten Arbeitsmarkt streben die Leute nicht mehr zu den Experten, also in diesem Fall den Leuten, die gut singen können, sondern nach Selbstverwirklichung. Die ist aber nur durch den Rückhalt und die gegenseitige Motivation der Gruppe zu erreichen.

Eine geeignete Führungskraft ist demnach diejenige, die ein gutes Netzwerk hat. Dann hat derjenige verstanden, dass es darum geht, den anderen bei deren Weg zur Selbstverwirklichung zu helfen. „Führungskräfte, die diesen individuellen Think Tank nicht haben, verlieren heute und künftig den Kampf um die Talente."

Die fünf goldenen Regeln zum Aufbau eines schlagkräftigen Think-Tank:

- Geben ohne Gegenleistung zu erwarten
- Menschen miteinander in Verbindung bringen, ohne selbst im Mittelpunkt stehen zu wollen
- Vertrauen schaffen durch gemeinsame Aktivitäten
- Ehrlich sein, auch gegen das eigene Interesse
- Neugierig sein auf Menschen aus vollkommen anderen Bereichen

Sven Gábor Jánszky hebt in dem Kapitel außerdem hervor, wie wichtig es für Coaches ist einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, um die Coachees im Netzwerk zu behalten. Im Falle des Personalchefs im Buch hat er die Herzen seiner Coachees erobert, indem er immer ein wenig mehr von ihnen erwartet hat, als sie zu dem Zeitpunkt konnten. Auf diese Weise sind sie auch nach abgeschlossenen Projekten immer wieder offen für ein Coachinggespräch.

Zum Buch: „Das Recruiting-Dilemma – Zukunft der Personalarbeit in Zeiten des Fachkräftemangels“ von Sven Gábor Jánszky, erschienen 2014, Haufe-Lexware GmbH & Co. KG, Freiburg

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