10 Tipps zum Traumjob: Die berühmten ersten 100 Tage im Traumjob

Die Vertragsverhandlung mit dem neuen Arbeitgeber ist erfolgreich zum Abschluss gekommen und der erste Arbeitstag steht „vor der Tür“: Stellen Sie sich jetzt vielleicht auch die Frage „Wie kann ich am schnellsten der wichtige Teil des Unternehmens werden, für den man mich „eingekauft“ hat?“ In diesem Zusammenhang wird häufig von der Wichtigkeit der ersten 100 Tage gesprochen. Aber woher kommt dieser 100-Tage-Spruch eigentlich? Was steckt dahinter und warum sollen es genau diese 100 Tage sein?

Der Ursprung ist ein Zitat, das auf Franklin D. Roosevelt zurückgeht, der dem Wirksamwerden seines „New Deal“-Reformprogramms (von 1933 bis 1938) in der Weltwirtschaftskrise eine Schonfrist einräumen wollte. Im Laufe der Zeit haben sich die „ersten 100 Tage“ zu einer Faustregel für Politik, Journalismus und eben auch für das Arbeitsleben entwickelt.

Was bedeuten 100 Tage im Zusammenhang mit dem Einstieg in einen Job eigentlich genau? Die in Deutschland gängige Praxis mit Verträgen ist das Festlegen einer Probezeit von 6 Monaten. Danach wandelt sich der Vertrag zumeist in einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Geschäftsführer und Vorstände erhalten häufig 3- oder 5-Jahresverträge ohne offizielle Probezeit. Mit durchschnittlich 22 Arbeitstagen im Monat sind die 100 Tage nach 4,5 Monaten erreicht. Das ist ein Zeitpunkt, zu dem sich ein Arbeitgeber zumeist ziemlich klar darüber ist, ob er mit dem Mitarbeiter „einen guten Fang gemacht hat“ – oder eher nicht. Will er den Mitarbeiter in der Probezeit kündigen, hat er jetzt nur noch 6 Wochen Zeit dafür. Im Umkehrschluss sollte der neue Mitarbeiter also bis dahin nachhaltig positiv aufgefallen sein! Wie kann er das tun?

Es gibt im Netz eine Fülle von Ratgebern und Vorbereitungstabellen als „Starthilfe“ in den neuen Job. Natürlich sind solche Hinweise allgemein gehalten und gelten nicht für spezifische Jobs und berücksichtigen auch nicht die unterschiedlichen Persönlichkeiten. Nach den Beobachtungen und Erfahrungen des Autors ist es aber für jeden sinnvoll, sich einen Plan für diese ersten 100 Tage zu machen. Es ist auch hilfreich, sich Informationen, Beobachtungen, unternehmensspezifische Abkürzungen sowie Namen wichtiger Gesprächspartner zu notieren, um diese später noch einmal zu rekapitulieren. Hier gilt nicht „wer schreibt, der bleibt“, sondern wer sich Zusammenhänge und Regeln wie auch ungeschriebene Gesetze schnell merken und diese verinnerlichen kann, der ist ganz klar im Vorteil! Dass in dieser ersten Zeit auf Dinge wie Pünktlichkeit, geringe bzw. keine Fehlzeiten, zur Unternehmenskultur passende Bekleidung, angemessenes Sozialverhalten, etc. besonders geachtet wird, versteht sich von selbst!

Gerade für Führungskräfte, die in einer Umbruchsituation in das Unternehmen eintreten oder sogar als „der Change Manager“ geholt wurden, ist es ein schwieriger Balanceakt: Zwischen Fragen stellen und Zuhören werden auch initiierte Veränderungen der Arbeitsprozesse von ihnen erwartet. Mit zu schnellem und rüdem Umkrempeln bringt man die Mannschaft gegen sich auf. Wenn man aber Teil des Systems wird und den Elan des Neuen verliert, geht meist auch die Unterstützung der Anteilseigner verloren.

Wäre demnach das Fazit, dass es sowieso auf das Verhalten des neuen Mitarbeiters ankommt, ob er eine langfristige oder kurzfristige Zeit mit dem Unternehmen verbringt? Im Prinzip „ja“! Der Autor ist aber fest davon überzeugt, dass man das eigene Verhalten besser steuern kann, wenn man einen Plan hat, und es ist ungemein hilfreich, sich regelmäßig Feedback einzuholen. Holen Sie sich dieses Feedback von Menschen ein, auf deren Urteil Sie Wert legen. Das sind – hoffentlich – nicht zwangsläufig diejenigen, die immer nur loben, sondern auch den Mut haben, Kritisches anzusprechen! Der Personalberater ist hier eine nicht zu unterschätzende Informationsquelle, unterhält er doch zumeist intensive Kontakte zum Unternehmen und der Unternehmensleitung.

In der nächsten Woche beschäftigen wir uns im Blog Nummer 9 der „Traumblog-Serie“ mit der Frage der Probezeit: Dauer, Ende und was kommt dann?

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